Okuläre Lesestörungen im Kindesalter

Okuläre Lesestörungen im Kindesalter

Leitlinien des CSA / ÖOG und orthoptik austria

Lesestörungen im Kindesalter können vielfältige Ursachen haben. Legasthenie und Dyskalkulie (Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche) sind Sammelbegriffe für cerebrale Störungen der visuellen und/oder akustischen Informationsverarbeitung.

Gesehenes oder Gehörtes kann nicht adäquat zu Gesprochenem oder Geschriebenem umgewandelt werden. 

Eine Legasthenie liegt vor, wenn die Lese-/ Rechtschreibleistung signifikant unter dem Niveau liegt, das auf Grund des Entwicklungsalters zu erwarten ist. Die Lese-/ Rechtschreibschwäche darf nicht auf unangemessene Beschulung, Defizite beim Sehen und Hören oder auf neurologische/psychiatrische Störungen zurückzuführen sein.

Okulär bedingte Lesestörungen durch latente Refraktionsfehler, Akkommodationsstörungen und Heterophorien mit Beschwerden (Pathophorien) müssen von der Legasthenie abgegrenzt werden. 

Die ophthalmologische und orthoptische Untersuchung von Schulkindern unterscheidet sich von der bei Kleinkindern oder Erwachsenen.

Durch die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung und Screening-Untersuchungen im Kindergartenalter sollten bereits höhere Refraktionsfehler, Amblyopie, Stellungsanomalien oder organische Veränderungen ausgeschlossen sein.

Manifeste Schielwinkel werden in der Regel bereits im Vorschulalter entdeckt und behandelt. Schulkinder sind keine kleinen Erwachsenen. Die visuelle Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Diskrete Fehler im optischen System fallen während der Kindergartenzeit nicht auf, machen aber Probleme im Schulalltag. Visuelle Konzentration wird täglich über mehrere Stunden verlangt. Für das Kind ist sein Sehen „normal“. Es wird nicht auf die Idee kommen, dass eine Brille das Sehen verbessern und die Augen entspannen könnte.

Voraussetzung für das Erlernen des Lesens und Schreibens ist eine stabile Fixation,  gutes Sehen in Ferne und Nähe, gutes Kontrastsehen, gute Augenbeweglichkeit und eine mühelose sensorische Fusion der Bilder beider Augen. Das visuelle Erkennen von Geschriebenem, die semantische Bewusstwerdung und die Transformation zur Aussprache bzw. motorisch zur Schrift erfordert eine neurologische Höchstleistung in vielen Teilen unseres Gehirns.
Treten Schwierigkeiten beim Lernen auf, muss von ophthalmologischer und orthoptischer Seite eine exakte Beurteilung der Sehfunktionen erfolgen. Eltern, die mit ihren Volksschulkindern in die augenärztliche Ordination kommen, müssen gezielt nach Lernschwierigkeiten gefragt werden. Sie kennen den Zusammenhang zwischen Lernschwierigkeiten und Konzentrationsstörungen mit Defiziten der visuellen Wahrnehmung nicht.
Da der Leistungsdruck auf unsere Kinder immer größer wird, liegt es in unserer Verantwortung, okuläre Lesestörungen zu diagnostizieren, sie von den Teilleistungsschwächen abzugrenzen und bestmöglich ophthalmologisch und orthoptisch zu versorgen.

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