AUGENMUSKELN und ihre Erkrankungen

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Unter einer Augenmuskellähmung (Augenmuskelparese) versteht man eine Bewegungseinschränkung eines oder mehrerer Augenmuskeln.
Jedes Auge hat sechs Augenmuskeln und einen Lidhebermuskel, die von drei Hirnnerven versorgt werden.

Es kann verschiedene Ursachen für Lähmungen geben:

  • Augenmuskellähmungen aufgrund von Hirnnervenschädigungen (neurogen)
    Durch die Störung eines oder mehrer Augenmuskelnerven kommt es zu deutlichen Einschränkungen der Augenbeweglichkeit. Sie können Erstsymptom schwerer Allgemeinerkrankungen sein (z.B. Durchblutungsstörungen, Tumoren)
  • Augenmuskellähmungen aufgrund von Augenmuskelerkrankungen (myogen)
    Die erkrankten Muskeln verlieren an Elastizität und/oder Kontraktionsfähigkeit. Ankommende Signale können nicht mehr richtig umgesetzt werden.
  • Mechanische Augenbewegungsstörungen
    Durch Verletzungen der knöchernen Augenhöhle sowie Raumforderungen in der Augenhöhle kommt es zu einer mechanischen Behinderung, so dass das Auge nicht mehr frei in alle Richtungen bewegt werden kann.
  • Angeborenen Fehlinnervationen der Augenmuskeln mit fibrotischen Veränderungen (-Fehlsteuerung mit Muskelveränderung)
    Ein oder mehrerer Augenmuskeln sind von Geburt an gelähmt und daher in der Struktur verändert. Auch der Lidhebermuskel kann betroffen sein.

Beschwerden:

  • z.B. Doppelbilder
  • Verschwommensehen
  • Lähmung des Lidhebermuskels
  • Orientierungs- und Raumsinnstörungen
  • Schwindel
  • Unterschiedlich große Pupillen
  • Sichtbare, entstellende Schielstellung
  • Schmerzen
  • Bewegungseinschränkung eines oder beider Augen in eine oder mehrere Richtungen
  • Hervortreten eines Auges

Therapie:

Diese richtet sich prinzipiell immer nach Ursache und Beschwerden.

Gelingt es dem Patienten nicht z.B. Doppelbilder durch Fusion (Verschmelzen der Seheindrücke beider Augen) zu vereinen, so kann die OrthoptistIn mit der strahlenablenkenden Wirkung eines Prismas die Doppelbilder ausgleichen. Dadurch wird das beidäugige Sehen wieder hergestellt und trainiert.
Ist das nicht möglich, kann man das störende Doppelbild durch Abdeckung oder Vernebelung eines Auges kurzfristig beseitigen (z.B. Augenpflaster, Mattfolie).

 

Eine Sonderstellung der Augenmuskellähmungen nehmen die Störungen der Augenbewegungen
in den übergeordneten Steuerungsgebieten (supranukleäre Augenbewegungsstörungen) ein.
Die Steuerungszentren der Augenmuskeln erhalten nicht mehr die richtigen Impulse.
Es kommt zum Ausfall bestimmter Arten der Augenbewegungen.

Ursachen:

liegen meistens im Rahmen von schweren Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie z.B.
Multipler Sklerose, Schädel-Hirn-Traumata oder Tumoren.

Beschwerden:

können sehr vielfältig sein, z.B. wie bei Augenmuskellähmungen (-siehe vorhergehende Seite),
zusätzlich ist z.B. ein verwackelter Seheindruck möglich.

Therapie:

richtet sich nach Ursache und Beschwerden.
Es kommen hier die gesamten orthoptischen, pleoptischen und optischen Rehabilitationsmaßnahmen,
die der OrthoptistIn zur Verfügung stehen, zum Einsatz.

  • Krankheitsaufklärung unter Einbeziehung der Angehörigen
  • Beratung und Planung der Therapiemöglichkeiten - auch fächerübergreifend
  • Prismenversorgung zum Doppelbildausgleich
  • Betreuung bei bleibenden störenden Doppelbildern
  • Ausgleich von Brechungsfehlern
  • Anleitung zu bestimmten Verhaltens- und Vermeidungsstrategien
  • Erprobung von vergrößernden Sehhilfen (VSH)
  • Empfehlung, Vorbereitung und Nachsorge bei Augenmuskeloperationen
  • Hilfe zur Akzeptanz nicht zu bessernder Symptome
  • Verlaufskontrollen und Nachsorge
  • Therapiemotivation

Störungen der Lider:

Die Lidstellung ist kosmetisch auffällig: seitenvergleich asymmetrisch oder im Vergleich zum Augapfel zu tief oder zu hoch. Die Veränderungen können angeboren oder erworben sein und gehen nicht selten mit anderen Veränderungen im Bereich der Augenmuskeln oder Augenmuskelnerven einher. (z.B.: unterschiedliche Lidspaltenweite, Lidschlussdefizit, Veränderung der Lidspalte im Tagesverlauf).

Die orthoptische Therapie richtet sich auch hier nach der Ursache und den vorhanden Beschwerden und kann z.B. in der Schwachsichtigkeits- (Amblyopie) Prophylaxe oder in der Empfehlung einer Lidoperation liegen.

Störungen der Pupillomotorik

Ungleich große Pupillen (Anisokorie) können angeboren oder erworben sein.
Störungen der Pupillomotorik können Zeichen für eine neurologische Grunderkrankung sein. Damit verbunden können Blendungsempfindlichkeit, Kopfschmerz, Verschlechterung der Sehschärfe in Ferne und Nähe am betroffenen Auge oder Doppelbilder sein. Es ist wichtig sofort Kontakt mit dem Augenfacharzt aufzunehmen!

Die orthoptische Therapie richtet sich nach den Beschwerden und kann z.B. aus einer Lesebrille oder speziellen Sonnenschutzgläsern bestehen.

Mädchen - Schielen - DoppelbilderBaby sieht unter der Decke hervor - Schielen - DoppelbilderJunge mit Buch - Schielen - Doppelbilder

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