Augenzittern (Nystagmus)

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Von einem Nystagmus spricht man, wenn die Augen nicht ruhig auf einen Fixierpunkt gerichtet und gehalten werden können, sondern zittern. Ein Nystagmus besteht aus Driftbewegungen und Rucken bei unterschiedlicher Frequenz und Amplitude. Er kann angeboren sein oder erworben.

Man unterscheidet:

  • Angeborenes Augenzittern (kongenitaler Nystagmus)
  • Augenzittern bei beidäugig schlechter Sehschärfe (okulärer Nystagmus)
  • Verborgenes Augenzittern (latenter Nystagmus)
  • Augenzittern im 1. bis 3. Lebensjahr, häufig mit Kopfwackeln
    (Spasmus nutans)
  • Augenzittern beim Fixieren (erworbener Fixationsnystagmus)
  • Augenzittern durch Störung in Gleichgewichtsorgan (vestibulärer Nystagmus)

Merkmale des Nystagmus

  • beid-/einäugig
  • ruck-/pendelförmig
  • horizontal, vertikal, rotatorisch
  • Zu- oder Abnahme bei Fixation
  • Manifestation bei Abdecken eines Auges
  • Beruhigung bei Nahblick
  • Zunahme in Stresssituationen


Begleitsymptomatik

  • Schielen
  • gestörtes beidäugiges Sehen
  • Sehschärfenminderung unterschiedlichen Schweregrades
  • auffällige Kopfhaltung
  • Kopfwackeln
  • höherer Brechungsfehler
  • Scheinbewegungen
  • Pigmentstörungen (am Auge /am ganzen Körper - z.B. Albinismus)
  • psycho-soziale Beeinträchtigung

Therapie

Richtet sich immer nach Art und Ursache des Augenzitterns

  • objektive und subjektive Refraktionsbestimmung und Optimierung der optischen Korrektur für Ferne und Nähe mittels Brille oder ev Kontaktlinsen 
  • Ausschluss organischer Ursachen
  • Prismenanpassung
  • Vergrößernde Sehhilfen (VSH)
  • spezielle Filtergläser
  • Augenmuskeloperationen zur Verbesserung des Nystagmus und der Kopffehlhaltung
  • Schulung des beidäugigen Sehen und der Kompensationsfähigkeit - Beratung über Sehbehinderteneinrichtungen
  • visuelle Frühförderung


Behandlungsziele

Die angestrebten Behandlungsziele bestehen in einer Beruhigung des Augenzitterns mit Verbesserung der auffälligen Kopfhaltung und der Sehschärfe, einer Minderung der psychosozialen Beeinträchtigung, aber auch einer Akzeptanz der nicht zu bessernden Symptome.

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