Sehbehinderung bei Mehrfachbehinderten und Frühförderung

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Wir nehmen über 80% der Eindrücke über das Auge (= visuelles System) auf.

Auch das Interesse eines Kindes an seiner Umgebung wird großteils durch die Augen geweckt.
Anfangs sieht das Baby noch unscharf und ungenau, durch die ständige Stimulation durch die Umgebungsreize und durch die Interaktion mit den Eltern wird es von der ersten Minute an ständig visuell gefordert.


Eine Sehbehinderung stellt für die Entwicklung eines Kindes eine starke Einschränkung dar. Ein blindes oder stark sehbehindertes Baby kann das Leuchten in den Augen seiner Eltern nicht sehen, es schaut und lächelt daher auch nicht zurück. Wenn die Mutter mit dem Kind spricht, kann es sein, dass das Kind den Kopf wegdreht. Es versucht dabei das Ohr zur Mutter zu drehen, um besser zu hören, aber für die Interaktion mit der Mutter kann dies ein großes Hemmnis sein.

Wir normal Sehenden können uns den Grad der Einschränkung durch eine Sehbehinderung nicht vorstellen. Insbesondere bei mehrfach behinderten Kindern ist es daher wichtig Sehbeeinträchtigungen so bald wie möglich zu erkennen, zu behandeln (wenn dies möglich ist) und weitere Schritte einzuleiten.

1. Sehbehinderungen frühest möglichst erkennen

Für den Profi ist KEIN Kind zu jung für die Untersuchung!
Die orthoptische Untersuchung durch die speziell geschulte OrthoptistIn schmerzt nicht. Es werden "Angaben" des Kindes verwertet und objektive Messwerte beurteilt, alles läuft spielerisch ab. Dies ist wichtig um für Ihr Kind die richtige Ausgangslage zu schaffen, die eigenen Fähigkeiten tatsächlich entspannt und motiviert zu zeigen.

Anschließend folgt die Untersuchung durch den Augenfacharzt/ärztin. (Beurteilung des Augeninneren und Messung des Sehfehlers (= Refraktionsfehlers: Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit , Hornhautverkrümmung).

2. Augenärztliche und orthoptische Therapie

Wenn nötig, muss unter Rücksichtnahme auf die Allgemeinsituation Ihres Kindes, aus orthoptischer bzw. augenärztlicher Sicht manchmal eine Brille oder ein Augenpflaster getragen werden.
Sollten dabei Probleme auftauchen, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre betreuende OrthoptistIn.

3. Frühförderung des Augen-Sinns

Wenn im Rahmen der Untersuchung oder auch zu Hause auffällt, dass Ihr Kind in manchen Bereichen Schwierigkeiten hat, kann es notwendig werden, eine genaue Entwicklungsdiagnostik durchzuführen.
Diese Aufgabe übernehmen Neuropädiater und FrühförderInnen.
Fallen tatsächlich Entwicklungsverzögerungen auf, so ist es wichtig gemeinsam mit der Frühförderin in diesen Bereichen zu arbeiten. Die Ergebnisse der vorher durchgeführten Untersuchung durch Arzt und OrthoptistIn bilden die Grundlage für die Arbeit der (Seh)FrühförderIn.

Die Frühförderin kann Ihnen Tipps geben, wie Sie persönlich richtig auf die Bedürfnisse Ihres sehbehinderten oder blinden Kindes eingehen können, wo Sie Eltern mit gleichen Problemen treffen können und welche Stellen Sie unterstützen.
http://www.orthoptik.at/Allgemein/kontaktadressen-fuer-sehfruehfoerderung-in-oesterreich.html

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