Kopffehlhaltungen

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Du hältst den Kopf schief!

Vielleicht haben Sie diesen Satz schon einmal von Verwandten oder Freunden gehört. Doch warum tun Sie es?

Kopffehlhaltungen können subjektiv das Sehen erleichtern und verbessern- wir sprechen dabei von einer okuläre Kopffehlhaltung = Kopfzwangshaltung

 

Oft wird eine bestimmte Kopfhaltung zum Ausgleich von Störungen des ein- und beidäugigen Sehens eingenommen.

Damit kann man die Störung ausgleichen oder umgehen

Ursachen

  • Augenzittern (Nystagmus)
  • Angeborene Augenbewegungsstörungen mit und ohne beidäugiges Sehen
  • Störungen der Lidbewegung
  • Begleitschielen (Schielwinkel ändert sich nicht in den verschiedenen
    Blickrichtungen)
  • Mechanische Bewegungsstörungen
  • Augenmuskellähmung auf Grund von Nervenschädigungen (neurogene
    Augenmuskelparesen)
  • Augenmuskellähmungen auf Grund von Muskelerkrankungen (myogene
    Augenmuskelparesen)
  • Störungen in den Steuerungsgebieten der Augenmuskeln (supranukleäre
    Augenbewegungsstörungen)
  • Vernachlässigungsphänomen und /oder beidseitige Gesichtsfeldausfälle

Begleitsymptomatik

  • gering, ständige oder nur zeitweise auffällige Kopfdrehung oder -neigung, Kinnhebung oder -senkung
  • Doppelbilder
  • Überlagerung ungleicher Seheindrücke beider Augen (Konfusion)
  • Verlust des beidäugigen Sehens (zeitweilig, ständig oder blickrichtungs-
    abhängig)
  • Sehschwäche eines oder beider Augen
  • Augenzittern (Nystagmus)
  • Lidstörungen
  • Beschwerden durch Sehvorgang (Asthenopie)
  • Scheinbewegungen
  • Gangunsicherheit und -störungen, Schwindel
  • Koordinationsstörungen
  • Kopfwackeln
  • Tolpatschigkeit
  • Verspannungen im Bereich der Rücken- und Halsmuskulatur
  • Halwirbelsäulenproblematik
  • bei vorhandener Spastik Probleme in der krankengymnastischen
    Behandlung
  • psycho-soziale Beeinträchtigung

Therapie

  • Objektive und subjektive Refraktionsbestimmung und Ausgleich eines Brechnungsfehlers: die Brille muss exakt passen 
  • Ausschluss organischer Ursachen und sonstige Diagnosefindung
  • Amblyopie-Vorsorge bzw. -therapie durch Verkleben eines Auges oder
    der Brille (Okklusion)
  • bei Kopffehlhaltungen und Diplopie: Versorgung mit Abdeckung, Vernebelung oder Prismenbehandlung
  • Schulung der beidäugigen Zusammenarbeit
  • Explorations-Training zur Verbesserung des visuellen Suchverhaltens
  • weitere Rehabilitationsmaßnahmen
  • Lichtschutzgläser
  • vergrößernde Sehhilfen (VSH)
  • Vorbereitung und Nachsorge bei Augenmuskeloperationen und
    Lidoperationen

Behandlungsziele

  • Beseitigung oder Verbesserung der auffälligen Kopfzwangshaltung mit Doppelbildfreiheit und freier Beweglichkeit beider Augen
  • ungestörtes, beidäugiges Einfachsehen wenigsten im Geradeausblick ohne ausgeprägte Kopffehlhaltung 
  • Bei schweren beidäugigen Störungen sollte wenigstens ein Auge im annähernden Geradeausblick fixieren können.
  • Verbesserung der visuellen Aufnahmefähigkeit und der Sehleistung
  • Vergrößerung des Blickfeldes
  • Verbesserung der relativen Nystagmusruhe (das Augenzittern soll so gering wie möglich sein
  • Minderung von Scheinbewegungen 
  • Auffällige Kopfhaltungen und Schielen werden kosmetisch verbessert.

 

Kopffehlhaltungen durch optische Ursachen

Patienten nehmen eine Kopffehlhaltung ein, um Sehstörungen auszugleichen oder zu vermindern, deren Ursachen in einer (falschen) Brillenkorrektur liegen.

Ursachen

  • falsche Zylinderachse- das Brillenglas ist nicht richtig in der Fassung positioniert 
  • falsche Dioptrien in der Brille  
  • fehlerhafte Gleitsichtbrille
  • Anisophorie (unterschiedliche latente Schielwinkel in verschiedenen Blick-
    richtungen)
  • prismatische Nebenwirkung

Begleitsymptomatik 

  • Kopfneigung/-drehung
  • Kinnhebung/-senkung
  • Asthenopie (brennen, tränen, Kopfschmerzen, Augenschmerzen) 
  • Doppelbilder ein- oder beiseitig

Therapie

  • Objektive und subjekive Refraktionsbestimmung
  • Anpassung einer korrekten Brille
  • richtig zentrierte Brille
  • Prismenanpassung
  • ev. Empfehlung von Kontaktlinsen

Behandlungsziele

Die Behandlungsziele sollen dem Patienten ein störungsfreies, scharfes Sehen ohne auffällige Kopfhaltung, sowie Doppelbildfreiheit im Geradeausblick für den Fern- und Nahbereich ermöglichen. Bei nicht korrigierbarer augenbedingter Fehlhaltung ist an eine Brillenkorrektur zu denken, die auch in auffälliger Kopfhaltung eine gute Sehleistung ermöglicht.

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