Optische Rehabilitation Sehgeschädigter ( Low Vision)

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Definition einer Sehschädigung in Österreich:

Eine Sehschädigung oder wesentliche Sehbehinderung liegt vor, wenn die Sehschärfe auf Grund bestimmter Erkrankungen, einer Missbildung des Auges oder des Gehirns am besser sehenden Auge auf weniger als 30% (0,3 oder 6/18) reduziert ist.

Sehschärfe

  • Normalsichitgkeit: 1,2 bis 0,8 oder (120% bis 80%)
  • Auffälliges Sehvermögen: 0,7 bis 0,4 oder (70% bis 40%)
  • Sehschädigung: weniger als 0,3 oder (< 30%)
  • Geringe Sehschädigung: 0,3 bis 0,1 oder (30% bis 10%)
  • Mittlere Sehschädigung: 0,08 bis 0,05 oder (8% bis 5%)
  • Hochgradige Sehschädigung: (schwerst sehbehindert) 0,04 bis 0,02 oder (4% bis 2%)
  • Blind im Sinne des Gesetzes: weniger als 0,02 oder (<2%)
    oder eine konzentrische Gesichtsfeldeinschränkung auf 5 Grad allseits vom Zentrum; Orientierung in fremder Umgebung ist nicht mehr möglich
  • Blind: Licht kann nicht mehr wahrgenommen werden

Ursachen einer Sehschädigung können sein:

  • Augenzittern (Nystagmus) ohne Scheinbewegungen (ohne Wackeln der Bilder)
  • Schwund des Sehnerven (Optikusatrophie)
  • Erkrankung der Stelle des schärfsten Sehens und dadurch fortschreitender Sehschärfenverlust (Makuladegeneration)
  • Schwachsichtigkeit (Amblyopie) eines Auges nach Verlust des besser sehenden Auges
  • beidseitige (angeborene oder erworbene) Trübung der Augenlinse (Grauer Star=Catarakt)
  • ausgeprägte Trübungen der brechenden Medien (z.B. der Hornhaut, des Glaskörpers)
  • fehlende oder mangelhafte Pigmentierung des Augenhintergrundes und der Iris oder des gesamten Körpers (Albinismus)
  • totale Farbblindheit (Achromatopsie / Stäbchenmonochromasie)
  • Netzhautveränderungen z.B. bei Retinitis pigmentosa (Tapeto-retinale Dystrophien)
  • Netzhautveränderungen bei z.B. Zuckerkrankheit (Diabetes)

Symptome einer Sehschädigung können sein:

  • Sehfähigkeit, die nicht ausreicht, den visuellen Informationsbedarf zu decken
  • Herabgesetzte zentrale Sehfähigkeit und Verlust des zentralen Gesichtsfeldes machen Lesen meist unmöglich, auch das Erkennen von Gegenständen, wie z.B. Gesichtern im zentralen Gesichtsfeld ist erschwert
  • Ausfall peripherer Gesichtsfeldanteile kann zu massiven Orientierungsproblemen im Alltag führen
  • Augenzittern und eventuell daraus resultierende Kopffehlhaltungen/Kopfwackeln
  • Lichtscheu und erhöhte Blendempfindlichkeit
  • Farbenblindheit
  • Unterschiedliche Sehschärfe in Nähe und Ferne, oder in verschiedenen Blickrichtungen

Behandlungsziele

Beim Vorliegen einer Sehschädigung ist das Hauptziel der Low-Vison-Therapie die Selbständigkeit des Betroffen zu gewinnen, zu erhalten oder zurück zu gewinnen.
Durch die Aufklärung über die Krankheit und die Art der Sehschädigung, durch Beratung und Hilfe beim Stellen von Anträgen, bei der Kontaktaufnahme mit Selbsthilfegruppen und mit Sehbehinderten - und Blindenverbänden versuchen wir die Akzeptanz der meist nicht zu bessernden Symptome durch Patienten und Angehörige zu verbessern und somit auch eine gesteigerte Therapie-Motivation zu erreichen.

Durch die Anpassung und die Einweisung in der Handhabung von vergrößernden Sehhilfen (Lupen, Fernrohre, Bildschirmlesegeräte) und verkleinernden Sehhilfen, durch die Verordnung spezieller Brillengläser zur Minimierung der Blendung und zu Erhöhung der Kontrastwahrnehmung (Lichtschutzgläser/UV-Filter, Kantenfiltergläser) soll die aktive Teilnahme am täglichen Leben erhalten bzw. überhaupt erst ermöglicht werden.
Weiters soll selbständiges Lesen und Schreiben von Schwarzschrift (unserer gebräuchlichen Schriftart) ermöglicht oder wiederhergestellt werden. Durch gezieltes Training zum besseren Gebrauch vorhandener Gesichtsfeldreste und zentraler Sehreste soll die selbständige Orientierung in fremder Umgebung ermöglicht und verbessert werden.

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