Sehstörungen aus der Sicht des Patienten



Eine Schädigung des Sehens kann für den Patienten bedeuten:
- Reduzierte Sehschärfe
- Probleme beim Lesen
- Gesichtsfeldausfälle
- Probleme beim Erkennen von Gesichtern und Personen
- Orientierungsprobleme
- Verminderte Kontrastschärfe
- Erhöhte Blendempfindlichkeit
- Eingeschränktes Nachtsehen
- Farbsinnsstörungen
Eine Schädigung der zentralen Netzhaut kann zu folgenden Problemen führen:
- Verzerrtes Sehen
- Verlust der Lesefähigkeit und
- Herabsetzung der Lesegeschwindigkeit
Die Orientierungsfähigkeit bleibt aber in der Regel erhalten!
Eine Schädigung der peripheren Netzhaut kann zu folgenden Problemen führen:
- Zunehmende Gesichtsfeldeinschränkung von außen zur Mitte hin, im schlimmsten Fall "Röhrengesichtsfeld"
- Einschränkung der Orientierungsfähigkeit
Was können die Angehörigen tun?
- Zeigen Sie Verständnis für die schwierige Situation Ihres Familienmitgliedes
- Seien Sie geduldig, Ihr Angehöriger braucht Zeit, um mit der neuen Lebenssituation umgehen zu lernen.
- Sorgen Sie für gute Ausleuchtung und somit hohen Kontrast
- Frage nach speziellen Sehbehelfen, die noch eine Sehverbesserung ermöglichen.
Allgemein gilt als notwendig:
Verständnis - Geduld - hoher Kontrast - gute Beleuchtung - spezielle Sehhilfen
- Eine stärkere Brille allein kann k e i n e Verbesserung bringen!
- Vergrößernde Sehhilfen in Form von Überadditionen, Lupen für die Nähe bzw.
Fernrohre für die Ferne können nötig werden.
- Je größer der Vergrößerungsbedarf -desto kleiner ist der Bildausschnitt, der gesehen wird und desto näher ist der Arbeitsabstand
- blendfreie, flimmerfreie Beleuchtung (Kaltlichtleuchten, Leuchtstoffröhren)
- Großdruckbücher von Verlagen wie z.B. DTV, Rowohlt, Ed. Richardz, Bahn-Veralg, Lahn-Verlag
- Formatvergrößerungen (Kopieren von A4 auf A3)
- Fernseher auf Schwarz-Weiß umschalten, und Vergrößerung des Teletextes nutzen
- Annäherung an den Lesetest (Text bis zur Nase) und an den Fernseher schaden nicht
- Fernsehen im Dunklen erhöht den Kontrast
- Konzepthalter, Lesepulte mit Führungsschienen für bequemere Körperhaltung z.B. im Bürobedarfsgeschäft
- Schwarzes Zeilenlineal oder Finger beim Lesen mitführen
- Dick liniertes Papier, dicke dunkle Filzstifte verwenden
- Diverse Hilfsmittel: z.B. Uhren aus dem Hilfsmittelkatalog von Blinden und Sehschwachenverbänden
- Den höchsten Kontrast bietet Schwarz-Weiß, dies in den Alltag umsetzen: bei Kleidung, Essen
- Kontakte mit Selbsthilfegruppen, und Informationen bei den Sozialämtern einholen
- spezielle Ausgleichsmechanismen bei Ihrer OrthoptistIn erlernen
- Umgang mit verordneten vergrößernden Sehhilfen durch Ihre OrthoptistIn, Ihren Low Vision Trainer trainieren.